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Wenn du denkst, es geht nix mehr:
Was Fitnessprogramme mit Waschmittel zu tun haben

Als es noch keine "Fitness-Power-Gyms" gab, sondern nur den "Kraftraum" in der örtlichen Mehrzweckhalle, als man zum Abspecken noch den "Waldlauf" machte und nicht "Aqua-Wellness-Jogging" - Ja, da war die Welt noch in Ordnung und vor allem übersichtlich. Inzwischen aber sind Turnübungen aller Art gerade Mal so lange angesagt, bis ein neuer Trend erfunden wird. Und das kann nie schnell genug gehen.

Allein auf der Startseite eines einzigen Online-Angebots bellen mich folgende Aufmacher an: "Stark, schlank und sexy mit Speed-Schwimmen"; einfach nur Schwimmen ist also verboten. Na gut, dann eben "Laufen macht schlank, schön und süchtig"; das wäre prima, aber die Unterzeile bestraft mich für meine Neugier: Was bitte ist Essay-Running und Power-Jogging? Dann doch lieber "Techno-Boxing" oder vielleicht "Stair-Gym statt Step-Aerobic: Das effektive Training für eine tolle Figur"?

Bei solchen - monatlich wechselnden - Angeboten plagt mich folgendes: Wenn ich angeblich jetzt und garantiert straff in fünf Tagen werde - warum um Himmels Willen habe ich mir den Stress dann zuvor angetan? Waren die Heilsversprechen gestriger Fitnessangebote glatt gelogen? Denn, aufgemerkt: ich werde ja nicht "noch straffer als bei der letzten Übung".

Die Astralkörper-Erfinder scheinen sich ihr Gebaren bei der der Waschmittel-Werbung abgeguckt zu haben: Jedes Mal, wenn statt dem Pulver das ultimative Gel angepriesen wird, denke ich mir, das war's jetzt. Mehr geht nicht. Einen Monat später muss ich dann erfahren, dass ich wohl was falsch verstanden habe. Mitnichten ist das Gel der Weißheit letzter Schluss; es sind die "Oxi-Perlen", die aber nun wirklich ultimativ sind. Weißer geht's nimmer. Blöder auch nicht.

Mal ehrlich, genauso ist es doch bei den vielen bunten neuen Wahnsinns-Fitness-Trends. Kaum kann ich mir merken, was Chi-Ball-Dance ist, ist es auch schon wieder Schnee von gestern. Ich könnte mir aber auch eine andere Unart geltungssüchtiger Daniel-Düsentriebs angewöhnen: Ich erfinde "neue" Sportarten durch einfaches Umbenennen. So wird dann zum Beispiel aus dem Einkaufsbummel das urban-Power-Shop-Hopping und Nasebohren zum Finger-Nose-Rotating. Sogar ödes Rumsitzen lässt Kilos schmelzen, sobald es in Energy-Balancing übersetzt wurde.

In Wahrheit aber bräuchte man sich eigentlich nur eins zu merken: Bewegung verbraucht Kalorien. So einfach ist das. Zu einfach, vermutlich.

Es gibt sie noch: einfache Sportarten, die jeder versteht.

Autor: Anette Hrubesch (www.anette-schreibt.de)

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